Rheinbreitbacher Heimatgeschichte
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Rheinbreitbachs ...
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Die Geschichte Rheinbreitbachs ist seit dem Mittelalter eng verknüpft mit einem über Jahrhunderte einflussreichen
rheinischen Adelsgeschlecht, dem der Ort seinen Namen gegeben hat. Die von Breitbach (ab dem 17. Jahrhundert setzt
sich die Schreibweise Breidbach durch) gehörten im Mittelalter dem Ritterstand an. Ende des 17. Jahrhunderts wurde
die Familie unter dem Namen "Breidbach-Bürresheim" in den Reichsherrenstand erhoben.
1246 Erste urkundliche Nennung der Herren von Breitbach. Zu dieser Zeit waren sie Ministerialen
(Dienstmannen) der Grafen von Sayn.
1264 Graf Johann von Sponheim, Erbe der Grafen von Sayn, verkauft die ererbten Güter von Unkel
und Breitbach an den Erzbischof von Köln. Die Herren von Breitbach werden Lehnsleute der Kölner Erzbischöfe. Bis
1803 gehört Rheinbreitbach zu Kurköln.
1376 In einem Lehnsbrief für Johann I. von Breitbach ist erstmals die Rede von einem Haus.
Damit ist sicherlich die in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts verfallene Untere Burg gemeint, deren Ursprung
in die Mitte des 14. Jahrhunderts zurückreicht. Die Burg diente den Herren von Breitbach bis etwa 1500 als ständiger
Wohnsitz.
Durch Belehnung, Kauf und geschickte Heiratspolitik erwarben die Herren von Breitbach umfangreiche Besitzungen in
den Kurfürstentümern Köln, Trier und Mainz.
1473 Gerlach III: von Breitbach erwirbt einen Teil der Burg Bürresheim (bei Mayen/Eifel). Um
1500 verlegen die Herren von Breitbach ihren ständigen Wohnsitz auf die Burg Bürresheim. Damals waren die Herren
von Lahnstein Mitbesitzer der Burg.
1659 Die Burg Bürresheim geht in den alleinigen Besitz der Familie von Breitbach über. Die
Breitbacher bauen die Burg zu einem Wohnschloss aus.
1691 Die Herren von Breitbach werden unter dem Namen "Breidbach-Bürresheim" in den
Reichsherrenstand erhoben.
Der weltliche Einfluss der Familie zeigt sich in vielen verantwortungsvollen Positionen und Aufgaben, mit denen sie
von den Erzbischöfen und Kurfürsten von Köln, Mainz und Trier betraut wurden. Daneben spielte der Bereich der Kirche
als politischer Machtfaktor im Mittelalter und in der frühen Neuzeit auch für die Breitbacher eine wichtige Rolle.
Zahlreiche Mitglieder der Familie haben hohe Kirchenämter bekleidet.
1763 Emmerich Joseph, Freiherr von Breidbach-Bürresheim, wird von dem Mainzer Domkapitel zum
Erzbischof gewählt. Als Kurfürst von Mainz war er zugleich Reichskanzler. Während seiner 11jährigen Regierungszeit
reformierte er das Schulwesen. 1764 krönte er in Frankfurt Joseph II. zum Kasiser.
1796 stirbt Franz Ludwig von Breidbach-Bürresheim, der letzte männliche Spross der Breidbacher
Hauptlinie. Als Erbe setzte er den Enkel seiner Schwester ein, die Franz-Lambert, Graf von Renesse geheiratet
hatte.
1803 Nach langwierigen Erbstreitigkeiten übernimmt der testamentarische Erbe Clemens Wenzeslaus,
Graf von Renesse, die Besitzungen in Rheinbreitbach und Schloss Bürresheim. Die Grafen von Renesse führen seitdem den
Namen "Renesse-Breidbach". In der Folgezeit hat die Familie nicht in Rheinbreitbach gewohnt. Sie leben und arbeiten
bis heute in Belgien.
1833 Clemens Wenzeslaus stirbt. Das Erbe wird unter seinen beiden Söhnen aufgeteilt. Ludwig
Joseph erbt die Rheinbreitbacher Güter. Edmund Maximilian erbt Schloss Bürresheim, das ihm und seinen Nachkommen
bis in die 30er Jahre des 19. Jahrhunderts als Wohnsitz diente. Beide Brüder führten den Titel Graf von
Renesse-Breidbach, der anschließend nur auf die Nachkommen von Ludwig Joseph vererbt wurde. Der jeweils Älteste
in der männlichen Erbfolge führt bis heute diesen Titel.
Weitere Informationen zu den Herren von Breitbach:
750 Jahre Herren von Breitbach 1246-1996, Rheinbreitbacher Heimatheft 1996
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